Entsorgung/Recycling: 01/2013

Was macht eigentlich die Wertstofftonne?

Keine Entscheidung vor der Wahl zu erwarten / Kommunen stellen weiterhin Wertstofftonnen auf / Nachweis der Wirtschaftlichkeit wohl noch nicht erbracht
  

Es ist ruhig geworden um die Wertstofftonne! Nach dem 10-Punkte-Papier von Herrn Altmaier, in dem die Wertstofftonne thematisiert ist, war keine weitere wesentliche Reaktion seitens des Bundesumweltministeriums mehr zu vernehmen. Es ist wohl auch nicht mehr zu erwarten, dass vor der Bundestagswahl im Herbst diesen Jahres nochmal Bewegung in das Thema kommt.

Ungeachtet dessen, dass es an einer vernünftigen politischen Richtung fehlt, stellen Kommunen weiter fleißig Wertstofftonnen auf oder projektieren zumindest Testphasen und Pilotversuche. Das private Entsorgungsunternehmen derzeit sehr zurückhaltend aggieren, liegt wohl daran, dass solide wirtschaftliche Kalkulationen ohne stabile rechtliche Rahmenbedingungen betriebswirtschaftlicher Nonsens sind. Ohne einen ROI erstellen zu können, sind wohl nur öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger - mit einem stabilen Gebührenhaushalt im Rücken - zu Investitonen fähig.

Am Beispiel des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers AHA aus Hannover sind die wirtschaftlichen Potentiale einer Wertstofftonne jüngst deutlich geworden. Auf eine Anfrage aus der CDU-Fraktion hin musste die Stadt Hannover kürzlich zugeben, dass die Wertstofftonne seit Einführung einen Millionenverlust "erwirtschaftet" hat, der durch die Abfallgebühren der Bürger aufgefangen werden muss. Gesamtkosten von 2,4 Millionen Euro stehen lediglich Einnahnen von 100.000 € durch Wertstoffverkäufe gegenüber.

Es bleibt abzuwarten, ob die Kommunen - nach Veröffentlichung weiterer Haushaltszahlen - immer noch so vehement um die Herrschaft über die Wertstofftonne kämpfen werden.  

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